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Statistik

ATP-Rang
2
Siege : Niederlagen
71:12
Turnierteilnahmen
19
Turniertitel Einzel
6
 

Grand Slam Titel

 
 

History |2012

Für Roger und seine Fans geht ein weiteres Rekordjahr zu Ende. In Wimbledon gewinnt er seinen 17. Grand Slam-Titel, kehrt an die Weltspitze zurück und verbessert damit Pete Sampras' Rekord als Weltnummer 1 auf insgesamt 302 Wochen. Mit dem Gewinn der Olympia-Silbermedaille schliesst er eine weitere Lücke in seinem Palmarès, holt sich vier weitere Titel und kann dank einer unglaublichen Bilanz von 71 gewonnenen Matches (86 %) auf eines seiner erfolgreichsten Tennisjahre seit 2006 zurückblicken.


Saisonauftakt und Australian Open
Wie im Vorjahr bestreitet Roger den Saisonauftakt am Qatar Open in Doha. Zusammen mit Rafael Nadal eröffnet er die 2012er ATP World Tour Saison in einer zauberhaften Feier umgeben von 4'000 Kerzen. Er dringt am Turnier ins Halbfinale vor, Rückenprobleme zwingen ihn dann allerdings, die Begegnung mit Jo-Wilfried Tsonga abzusagen.

Am Australian Open wird Roger erstmals seit 2005 an einem Grand Slam-Turnier wieder der gleichen Tableauhälfte wie Rafael Nadal zugelost. Er schreitet problemlos ins 
Viertelfinale vor, wo er gegen Juan Martin del Potro zugleich ein spezielles Jubiläum feiert: Er bestreitet sein insgesamt 1000. Spiel auf der ATP Tour und lässt dabei nichts anbrennen. In drei Sätzen eliminiert er seinen Gegner und stösst damit seit 2004 zum neunten Mal in Folge ins Halbfinale des Australian Open vor. Sein Gegner: Rafael Nadal.
Roger gelingt ein Auftakt nach Mass. Er kann sogleich mit 3-0 in Führung gehen und entscheidet das Tiebreak für sich. Im zweiten Satz jedoch kommt Nadal stark zurück. Er nimmt Roger gleich dreimal den Aufschlag ab und kann das Spiel wieder ausgleichen. Für die Zuschauer folgt ein spektakulärer Schlagabtausch, in dem Roger zwischenzeitlich die Führung wieder übernimmt. Im Tiebreak des dritten Satzes setzt sich Nadal aber durch und kann den Schwung in den vierten Satz mitnehmen. Zwar schafft es Roger, seinen Gegner noch einige Male unter Druck zu setzen, aber letztlich behält Nadal die Oberhand und siegt nach 3:42 Stunden.

Knapp zwei Wochen später steht Roger am Davis Cup in Fribourg im Einsatz, wo das Schweizer Team in der ersten Runde gegen die USA spielt. Sein Teampartner Stanislas Wawrinka eröffnet die auf Sand ausgetragene Begegnung glücklos gegen Mardy Fish, und auch Roger wird von einem hervorragend agierenden John Isner auf dem falschen Fuss erwischt. Nachdem sich Roger den Startsatz erkämpft hat, dreht der Amerikaner auf und kann in den folgenden drei Sätzen die Partie zu seinen Gunsten entscheiden.
Das Doppel gegen Mike Bryan und Mardy Fish verläuft ähnlich: Stan und Roger gewinnen den Startsatz, worauf die Gegner den Druck erhöhen, das Spiel geschickt kontrollieren und schliesslich nicht mehr aus der Hand geben. Mit der Niederlage liegt die Schweiz 0-3 im Hintertreffen und muss im Herbst 2012 gegen Holland in die Relegationsrunde.

Rogers Aufholjagd
Trotz dieser Niederlagen tritt Roger mit frischem Elan am Hallenturnier des ABN AMRO World Tennis Tournament in Rotterdam an. Dort gibt er erstmals im Halbfinale einen Satz ab, gegen Nikolai Davydenko. Im Entscheidungssatz muss er sogar um den Finaleinzug bangen, ehe er einen Rückstand aufholen und die Partie wenden kann. 
Im Final gegen Juan Martin del Potro gelingt Roger eine Glanzleistung. Dank seiner aggressiven Spielweise zieht er schnell auf 6-1 davon und dominiert den Entscheidungssatz ebenso souverän mit 6-4, womit Roger seinen 71. Turniersieg auf der ATP-Tour feiern kann.

In Dubai spielt Roger sein nächstes ATP 500-Turnier und braucht im Startspiel nur gerade 67 Minuten um sich seines ersten Kontrahenten Michael Llodra zu entledigen. Seine weiteren Gegner Feliciano Lopez, Michael Juschni und Juan Martin del Porto leisten ihm auf dem Weg ins Final zwar deutlich mehr Widerstand, aber schliesslich lässt er auch in diesen Begegnungen keinen Breakball zu und gewinnt alle Partien in zwei Sätzen. Im Finale trifft Roger auf Andy Murray, der zuvor die Weltnummer eins, Novak Djokovic bezwungen hat.

Das Spiel beginnt ausgeglichen, und erst mit einem späten Break beim Stand von 5-5 gelingt Roger das entscheidende Break zum Satzgewinn. Im zweiten Satz erspielt sich Roger zwar ein frühes Break, der Schotte kann aber kurze Zeit später wieder nachziehen. Ein weiteres Break und zwei Matchbälle später heisst der verdiente Sieger in Dubai zum fünften Mal Roger Federer, der auf seinem Weg zum 72. Turniersieg keinen einzigen Satz abgeben musste.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in New York, wo er im Madison Square Garden gegen Andy Roddick ein Exhibition Match bestreitet, reist Roger weiter nach Indian Wells. Trotz einer leichten Grippe übersteht er die ersten Runden gegen Denis Kuala und Milos Raonic problemlos. Erst Thomas Bellucci zwingt ihn über drei Sätze, wobei Roger sich das Leben zu Beginn der Partie mit unerzwungenen Fehlern unnötig schwer macht. Nach einem deutlichen Sieg im Viertelfinal gegen Juan Martin del Porto trifft Roger im Halbfinale auf einen alten Bekannten, Rafael Nadal.
Als die Partie wegen heftigen Regens erst mit drei Stunden Verspätung beginnt, herrschen noch immer schwierige Bedingungen. Nichts desto trotz agiert Roger sehr effizient und kann alle drei Breakchancen, die sich ihm bieten, nutzen. Obwohl Nadal im zweiten Satz nochmals aufholt, bleibt Roger ruhig und serviert sich sicher ins Finale, wo er auf John Isner trifft.
Hat er sich am Davis Cup von Isner noch überrumpeln lassen, startet Roger diesmal sehr konzentriert. In einem intensiven ersten Satz kann Roger erstmals überhaupt ein Tiebreak gegen den Amerikaner gewinnen, nicht zuletzt dank hervorragender erster Aufschläge. Den zweiten Satz und damit seinen 73. Turniergewinn sichert er sich gleich mit zwei Breaks Vorsprung. Als viermaliger Sieger in Indian Wells ist er neuer Rekordhalter, zudem egalisiert er mit 19 Masters 1000-Titeln die Bestmarke von Rafael Nadal.

Am Ericsson Open in Miami, dem nächsten ATP-1000 wartet bereits in der dritten Runde Andy Roddick, dem er erst kürzlich im Schaukampf unterlegen ist. Die Partie verläuft ausgeglichen, doch Roger weiss seine Breakchancen im dritten Satz nicht zu nutzen und scheidet somit früh aus.

Angriff auf Sand
Am Mutua Madrid Open kommt Roger nach einem hart umkämpften Startspiel gegen Milos Raonic wieder richtig in Fahrt. Auf der viel kritisierten blauen Sand-Unterlage besiegt er der Reihe nach Richard Gasquet, David Ferrer und Janko Tipsarevic ohne Satzverlust und spielt im Final gegen Tomas Berdych. Der vierte Turniersieg der Saison wird Roger nicht geschenkt: Bei windigen Bedingungen verliert er den ersten Satz an den Tschechen, kann aber die folgenden zwei Sätze jeweils knapp für sich entscheiden und holt sich am Ende mit 103 gewonnenen Punkten nur gerade zwei Zähler mehr als sein Kontrahent. Mit diesem Sieg feiert er nicht nur den 74. Turniertitel seiner Karriere, er überholt auch Rafael Nadal im ATP-Ranking und ist neu wieder die Weltnummer zwei.

Die ATP World Tour geht für Roger in Rom an den Internazionali BNL d'Italia weiter. Gegen Carlos Berlocq, Juan Carlos Ferrero und Andreas Seppi setzt er sich erfolgreich durch und wird erst im Halbfinal von Novak Djokovic gestoppt: Nachdem Roger den ersten Satz gleich mit zwei Breaks verliert, fängt er sich im zweiten Satz und wehrt sich vehement gegen die Niederlage, die er nach einem spannenden Tiebreak hinnehmen muss.

In Paris folgt mit Roland Garros das zweite Grand Slam-Turnier der Saison. Nach dem Zweitrundensieg gegen den Rumänen Adrian Ungur bricht Roger bereits einen weiteren Rekord: Er gewinnt sein 234. Einzel bei einem Grand Slam-Turnier und überholt damit Jimmy Connors in der ewigen Bestenliste. Ein Leistungsausweis, der belegt, auf welch konstant hohem Niveau Roger Tennis spielt. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigen die folgenden Spiele, vor allem das hart umkämpfte Viertelfinale gegen Juan Martin del Potro. Nach einem Zweisatzrückstand meldet sich Roger beherzt zurück und ringt seinen Gegner schliesslich in 3:14 Stunden mit dem zweiten Matchball nieder.
Und bereits wartet die nächste Prüfung, denn im Halbfinale trifft er erneut auf den Weltranglistenersten Novak Djokovic. Ein frühes Break im ersten und ein verheissungsvolles Doppelbreak im zweiten Satz reichen jedoch nicht aus, dem Serben die Stirn zu bieten. Djokovic kann beide Sätze für sich entscheiden und hält Roger auch im dritten Satz soweit in Schach, dass er kurz darauf den Matchball zum Finaleinzug verwerten kann. Da dieser sein Spiel gegen Rafael Nadal verliert, rutscht Roger kurzzeitig wieder auf den dritten Weltranglistenplatz hinter Nadal ab.

Zwei Siege für die Geschichtsbücher
Mit dem Beginn der Rasensaison am Gerry Weber Open in Halle nähern sich zwei Saison-Höhepunkte: Wimbledon und die Olympischen Sommerspiele in London. Die Hauptprobe gelingt nicht ganz, da er sich im Finale gegen Tommy Haas in zwei Sätzen geschlagen geben muss und vor allem im ersten Satz eine gute Ausgangslage ärgerlich verspielt. Doch ist die Ausgangslage für die kommenden Turniere vielleicht nicht die schlechteste, da Roger dergestalt von den Gegnern und Medien nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt wird.

Wenige Tage später steht Roger schon in Wimbledon im Einsatz und setzt gegen Albert Ramos ein erstes Zeichen. Der Spanier kann sich insgesamt nur drei Aufschlagsspiele sichern, so dass die Partie bereits nach 79 Minuten vorbei ist. Ein ähnliches Bild zeigt sich gegen Fabio Fognini, den er ohne Mühe bezwingt, dafür aber gegen Julien Benneteau an den Rand einer Niederlage kommt, da dieser mehrmals nur zwei Punkte vom Sieg entfernt ist. Als Roger den umkämpften vierten Satz im Tiebreak für sich entscheidet, ist die Moral des Franzosen gebrochen: Roger gewinnt den letzten Satz in einem fulminanten Endspurt 6-1.
In der nächsten Runde gegen den Belgier Xavier Malisse kämpft Roger zu Beginn mit Rückenschmerzen. Nachdem er bereits drei Breakbälle abgewehrt und ein Medical Timeout beansprucht hat, wird die Partie glücklicherweise wegen Regens unterbrochen, was ihm erlaubt, sich intensiver behandeln zu lassen. Die Therapie scheint Wunder zu wirken, holt er sich den zweiten Satz doch gleich mit 6-1. Zwar lässt Roger in der Folge ein wenig nach und verliert den dritten Satz, doch lässt er sich den Sieg nicht mehr nehmen und zieht ins Viertelfinale ein, wo er Michail Juschni klar in drei Sätzen besiegen kann.
Im Halbfinale wartet mit Novak Djokovic einer der Turnierfavoriten auf Roger. Es ist aber auch ein Spiel um die Weltrangliste, da Djokovic bei einem Sieg seine knappe Führung ausbauen, Roger bei einem allfälligen Turniergewinn den Serben entthronen kann. Roger erwischt den besseren Start und kann den ersten Satz für sich verbuchen. Djokovic vermag die Partie zwar nochmals auszugleichen, muss dann aber zusehen, wie Roger in den Sätzen drei und vier das Spielgeschehen bestimmt und nach gut zwei Stunden gleich seinen ersten Matchball verwertet.
Es kommt zum Traumfinal gegen den Schotten Andy Murray, einer Begegnung, bei der beide Kontrahenten so etwas wie Heimvorteil geniessen. Die Nervosität ist Roger anzumerken: Er lässt sich gleich zu Beginn breaken und begeht ungewöhnlich viele unerzwungene Fehler. Doch spätestens nach dem Gewinn des zweiten Satzes und der Regenpause findet er zu seiner Bestform. Im dritten und vierten Satz hält er den Schotten auf Distanz und verwertet nach 3:26 Stunden den zweiten Matchball zum Gewinn seines 17. Grand Slam-Titels. 

Es ist ein Sieg für die Ewigkeit. Auf dem "heiligen Rasen" hält Roger neu sieben Titel, gleich viele wie der bisherige Rekordhalter Pete Sampras. Letzterer hält zudem den Rekord von 286 Wochen an der Spitze des ATP-Rankings, doch nicht mehr lange: Dank Rogers fantastischem Erfolg gegen Murray führt er die Weltrangliste wieder an und wird diese unglaubliche Bestmarke brechen.

Bei all seinen Siegen die Roger bisher feiern konnte, weist sein Palmarès dennoch eine Lücke auf - eine Einzelmedaille bei den Olympischen Spielen. Die Gelegenheit könnte nicht besser sein, werden die Spiele 2012 doch in Wimbledon auf Rasen, seiner Lieblingsunterlage, ausgetragen. Bis ins Halbfinale dringt er ohne Satzverlust vor. Dafür wird er dort von Juan Martin del Potro umso mehr gefordert. Der Argentinier dominiert das Spiel von Beginn weg und kann den ersten Satz gewinnen. Erst im Verlauf des zweiten Satzes gelingt Roger die Wende und er kann die Partie wieder ausgleichen. 

Im Entscheidungssatz liefern sich die beiden ein packendes Duell, bei dem der Sieg jederzeit auf die eine oder die andere Seite kippen könnte. Nach Kräfte zehrenden 2:43 Stunden Spielzeit im dritten Satz verwertet Roger endlich den zweiten Matchball zum grandiosen 19-17. Mit einer Spielzeit von insgesamt 4:26 Stunden geht der Match als bisher längste Olympia-Partie in die Geschichte ein.

Beinahe hätte man vergessen können, dass das eigentliche Finale noch ansteht. Rogers Gegner heisst erneut Andy Murray. Nach einem guten Start und einer verpassten Breakchance entgleitet ihm die Partie beim Stand von 2-2 leider vollkommen, verliert er doch alle folgenden Games bis zum Stand von 0-5 im zweiten Satz. Im dritten Satz kann er sich nochmals einige Chancen erarbeiten, der Schotte lässt sich aber die Revanche nicht mehr nehmen und sichert sich die Goldmedaille mit dem dritten Ass in Serie. Nach der verständlichen Enttäuschung hält Roger bald zu Recht fest, dass er in Anbetracht des Turnierverlaufes Silber gewonnen, nicht Gold verloren hat.

Als Weltnummer eins in die USA
Die Strapazen des dichten Turnierplanes zwingen ihn, die Teilnahme an Toronto abzusagen, so dass seine nächste Destination das Masters-1000-Turnier in Cincinnati ist. Frisch und erholt brilliert er gegen Alex Bogomolov, Bernard Tomic und Mardy Fish und zieht ohne Satzverlust in die jeweils nächste Runde. Auch sein Freund Stanislas Wawrinka kann ihn im Halbfinale nicht stoppen, so dass er, erstmals wieder als Nummer eins, das Finale gegen Novak Djokovic bestreitet.
Roger gelingt dabei ein Blitzstart sondergleichen und beendet den ersten Satz zu Null nach nurmehr 20 Minuten, wobei dem Serben lediglich zehn Punkte gelingen. Der zweite Satz verläuft zwar ausgeglichener, aber auch hier behält Roger die Oberhand. Er besiegt Djokovic im Tiebreak, stemmt die Trophäe in Cincinnati als bisher einziger Tennisspieler zum fünften Mal und gewinnt sein 76. Turnier ohne Satzverlust. Mit 21 Siegen an Masters-1000-Turnieren zieht er zudem wieder mit dem bisherigen Rekordhalter Rafael Nadal gleich.

Unter diesen Voraussetzungen startet Roger als Topfavorit in die US Open und wird seiner Rolle in den ersten Runden gerecht: Donald Young und Björn Phau können ihn genau so wenig aufhalten, wie Fernando Verdasco. Da Mardy Fish zudem wegen Herzproblemen nicht antreten kann, zieht Roger kampflos ins Viertelfinale gegen Tomas Berdych ein. Dort unterliegt er dem Tschechen jedoch in vier Sätzen, hauptsächlich weil er ungewohnt viele unerzwungene Fehler begeht und so nicht an seine besten Leistungen der vergangenen Matches anknüpfen kann.

Aufgrund seines vorzeitigen Ausscheidens entscheidet sich Roger, die Schweiz am Davis Cup im Abstiegskampf zu unterstützen. Der Ligaerhalt gelingt: Das Schweizer Team bezwingt Holland auf Sand mit 3-1 und sichert sich so den Verbleib in der Weltgruppe. 

Wenig später begegnet er seinem Freund Stanislas Wawrinka erneut auf dem Platz, jedoch diesmal nicht mehr als Doppelpartner, sondern wieder als Gegner im zweiten Spiel des Shanghai Rolex Masters. Zwar verliert Roger den ersten Satz, kann sich dann aber vor allem im Entscheidungssatz problemlos durchsetzen. Nach seinem Zweisatzsieg im Viertelfinale gegen Marin Cilic trifft Roger im Halbfinale auf Andy Murray, findet aber nie seinen Rhythmus und muss sich letztlich in zwei Sätzen geschlagen geben.

Auftritt in Basel und Saisonabschluss
An seinem Heimturnier in Basel spielt sich Roger gegen Benjamin Becker, Benoit Paire und Paul-Henri Mathieu zügig ins Finale, einzig Thomaz Bellucci kann ihn auf die Probe stellen und ihm einen Satz abnehmen. Im Endspiel gegen Juan Martin del Potro startet Roger mit einem Satzverlust. Auch der zweite Satz bleibt hart umkämpft, aber Roger kann die vorzeitige Niederlage erfolgreich abwenden. Im dritten Satz fehlt Roger nur wenig zum vorentscheidenden Break, doch zeigt der Argentinier keine Nerven und gewinnt die Partie letztlich verdient.

Schweren Herzens muss Roger aufgrund kleinerer Verletzungen seine Titelverteidigung in Paris-Bercy absagen. Weil er seine ATP-Punkte so nicht verteidigen kann, wird er als Rekordhalter nach insgesamt 302 Wochen an der Spitze der Weltrangliste wieder von Novak Djokovic abgelöst.

Zum Saisonabschluss folgt der Auftritt an den ATP World Tour Finals, wo er ebenfalls als Titelverteidiger antritt. Roger qualifiziert sich frühzeitig für das Halbfinale, weshalb seine Niederlage gegen Juan Martin del Potro im dritten Gruppenspiel ohne Konsequenzen bleibt. Im Halbfinale gegen Andy Murray zeigt er eine bestechende Leistung. Zwar kann sich der Schotte zu Beginn einen Vorteil erspielen, doch Roger findet rechtzeitig zu seinem Rhythmus zurück und gewinnt den ersten Satz im Tiebreak. Im zweiten Durchgang dominiert Roger seinen Gegner und siegt nach 1:33 Stunden. 

Im Finalspiel gegen Novak Djokovic kann sich Roger, der das Turnier bereits sechsmal gewonnen hat, in beiden Sätzen einen Vorsprung herausspielen. Doch der Serbe bleibt hartnäckig und kämpft sich immer wieder zurück und verwandelt nach über zwei Stunden seinen ersten Matchball. Mit seinen sechs Weltmeistertiteln bleibt Roger aber unangefochtener Rekordhalter, vor Ivan Lendl und Pete Sampras mit je fünf Titeln.

Roger, mehr als ein Athlet
Sprichwörtlich Neuland betritt Roger zum Jahresabschluss: Anlässlich der zwölftägigen Gillette Federer Tour reist Roger zum ersten Mal nach Südamerika, um in Brasilien, Argentinien und Kolumbien einige unterhaltsame Exhibition Matches zu bestreiten. Gegner in seinen Schaukämpfen sind Thomaz Bellucci, Jo-Wilfried Tsonga, Tommy Haas und Juan Martin del Potro. 

Zudem trifft er im Rahmen seiner Reise Persönlichkeiten wie z.B. die brasilianische Fussballlegende Pelé, besucht die imposanten Iguazú-Wasserfälle, stellt sein Talent als Fussballer unter Beweis und hat nach einer anstrengenden Saison vor allem viel Spass auf und neben dem Platz. Wo er hinkommt, wird er von tausenden Fans frenetisch bejubelt.

Ende des Jahres wird Roger in der Umfrage des ATP World Tour Awards zum Liebling der Fans gewählt - zum zehnten Mal in Folge! Am Australian Open hatte zudem eine überwältigende Mehrheit Roger zum grössten Spieler aller Zeiten gekürt, noch vor seinem erneuten Erfolg in Wimbledon. Bereits sieben Mal hat er die Stefan Edberg Auszeichnung für Sportlichkeit erhalten, 2012 erhält er sie ein weiteres Mal verliehen. 

Ebenfalls freuen kann sich Roger über die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres: Vor heimischem Publikum wird er am Jahresende mit Standing Ovations für sein magisches Tennisjahr 2012 gefeiert, als er die Auszeichnung, zur Überraschung aller, direkt nach seiner Rückkehr aus Südamerika persönlich entgegennimmt.