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Australian Open - Webnews

02.02.2009 | Tennis

Tränen statt Triumph für Federer (suedostschweiz.ch)

 

Die Zeiger der Uhr bewegten sich in der vollgepfropften Rod-Laver-Arena unerbittlich auf Mitternacht zu, und ein rasches Ende des Finals schien nicht absehbar: Nadal führte im fünften Satz 2:1, Federer gewann aber bei eigenem Aufschlag die ersten beiden Punkte und führte 30:0. Doch dann passierte das Unerwartete und für Federer so Untypische: Federer verschlug hintereinander sieben Bälle, was in der sehr ausgeglichenen Partie mehr als nur die Vorentscheidung war. Wenig später, genau um 0.14 Uhr, segelte eine Vorhand des Baselbieters ins Out und mit dem 64. und letzten so genannten «unforced error» war die Partie beendet. «Ich spielte einen schrecklichen fünften Satz, ich habe ihm den Sieg damit praktisch geschenkt», so Federer. Als er bei der Siegerehrung vors Mikrofon trat, verlor er die Contenance. Anstatt die üblichen Nettigkeiten auszutauschen, übermannten ihn die Emotionen und er weinte hemmungslos. «Eine solche Niederlage tut sehr weh», erklärte sich Federer später.

 

 

 

Tränen der Enttäuschung bei Roger Federer (20 Minuten online)

 

Mit bebender Stimme stand Roger Federer nach der Siegerehrung vor dem Mikrofon. Er versuchte einige Worte zu sagen. Aber schnell merkte der sichtlich enttäuschte Verlierer, dass es nicht funktionieren würde. Er bedankte sich bei Publikum für die Unterstützung, aber es fiel ihm offensichtlich schwer seinen Emotionen zu verstecken. Die ersten Tränen flossen über Federers Gesicht und er sagte nur noch, dass er es später noch einmal versuchen werde. Das Publikum reagierte verständnisvoll auf die Lage des Schweizers und spendete minutenlang tosenden Beifall.

 

Ein paar Minuten später hatte sich Federer dann wieder gefangen und hielt sein Versprechen, dass er es später noch einmal versuchen werde. Als guter Verlierer gratulierte er Nadal zum Titel und bedankte sich noch einmal bei den Fans für die grossartige Untersützung: «Vielen Dank, ich sehe euch nächstes Jahr.»

 

Rafael Nadal gingen die Tränen bei Roger Federer offenbar auch sehr nahe. Er entschuldigte sich beim Publikum für seinen Sieg und spendete seinem Rivalen Trost: «Du wirst die 14 Titel von Sampras noch schaffen», sagte Nadal in beinahe schon freundschaftlicher Manier.

 

 

 

Nadal lässt Federer weinen (FR-online.de)

 

Er war untröstlich; die großen Alten des Tennis, blickten betreten zu Boden, als sie Roger Federers Tränen sahen. Da standen sie in einer Reihe - Rod Laver, Ken Rosewall, John Newcombe und Andres Gimeno -, und so sehr sie den Sieger Rafael Nadal bewunderten, so sehr fühlten sie mit dem Verlierer, und auch von den 15 000 Leuten auf den Rängen floss eine Woge von Sympathie für den Verlierer herunter. Aber auch in diesem Moment tat Nadal das Richtige: Bevor er seine Rede auf dem Podium begann, ging er auf Federer zu, legte ihm den Arm um die Schulter und redete ihm gut zu. Das half. Im zweiten Versuch brachte Federer ein paar Sätze heraus, vor allem diesen: "Du hast toll gespielt, Mann, du hast es verdient."

 

Eine Stunde später, als die Tränen zunächst mal getrocknet waren, versicherte Federer, es gehe ihm schon wieder ganz gut. Aber die Minuten der Zeremonie seien brutal gewesen, schwer zu ertragen. "Im ersten Moment ist man enttäuscht, schockiert, traurig. Ich lieb' Tennis, für mich ist das alles, neben Mirka und meinen Eltern. Und wenn du dann die Wärme vom Publikum spürst, das ist einfach hart."

 

Das ist wohl so, als ob einen die Liebe des Lebens verlässt und man in diesem Moment denkt, es sei für immer. Ist es das? Vielleicht nicht. Aber zum fünften Mal verlor Federer ein Grand-Slam-Finale gegen Rafael Nadal, zum dritten Mal in Folge nach Paris und Wimbledon 2008. Auf den Hartplätzen in Melbourne und auch bei den US Open in New York war er bisher gegenüber dem Spanier immer im Vorteil gewesen, aber nun verliert er gewissermaßen das dritte Terrain.

 

 

 

Nadal behält im „Giganten-Duell“ die Oberhand (Focus Online)

 

Der Spanier Rafael Nadal hat erstmals die Australian Open gewonnen. In einem spannenden Finale bezwang die Nummer eins der Welt den Schweizer Roger Federer in fünf Sätzen.

 

Rafael Nadal war nicht zu stoppen

Dem großen Sport folgten die großen Emotionen. Überwältigt vom Zuspruch der Fans und der Enttäuschung über den geplatzten Traum kamen Roger Federer nach dem Finale der Australian Open in Melbourne die Tränen. Nach einem streckenweise hochklassigen Fünf-Satz-Krimi hatte der Schweizer mit 5:7, 6:3, 6:7 (3:7), 6:3, 2:6 gegen den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal verloren. „Natürlich bin ich tief enttäuscht“, sagte er, „dieses Spiel musste ich nicht verlieren.“

 

Unbedingt wollte Federer in Australien seinen 14. Grand-Slam-Titel holen und damit den Rekord von Pete Sampras einstellen. Doch obwohl Nadal noch das über fünfstündige Halbfinale gegen seinen Landsmann Fernando Verdasco in den Knochen steckte und das Endspiel nun auch 4:23 Stunden dauerte, war der Mallorquiner am Ende der bessere Mann. „Rafa, du hast unglaublich gespielt, Mann du verdienst den Sieg“, brachte Federer im zweiten Versuch bei der Siegerehrung noch stockend heraus und gewann damit noch mehr Sympathien als ihm ohnehin schon gehören.

 

 

 

Federer: Bittere Tränen bei der Siegerehrung (Bild.de)

 

Erst verlor er den Kampf gegen den Spanier Rafael Nadal (22), dann den Kampf mit seinen Gefühlen.

Der Schweizer verlor bei der Siegerehrung seine Beherrschung, weinte hemmungslos. Zu tief saß der Schmerz über die knappe Niederlage im Fünf-Satz-Krimi.

Schon als Federer das Podest der Siegerehrung betrat, war ihm anzumerken, dass er mit den Tränen kämpfte. Als er sich in einer Rede an die Zuschauer wandte, versagte dem Schweizer die Stimme. Er versuchte noch einen weiteren Anlauf – und brach dann endgültig in Tränen aus.

 

Federer quält sich. Gänsehaut-Moment in der Rod Laver Arena. Die Zuschauer kreischten, jubelten dem Schweizer zu, feierten den weinenden Star.

 

Später lobte Federer den Sieger: „Rafa, du hast unglaublich gespielt. Du verdienst den Sieg.“

 

Große Geste von Nadal: Als er die Siegertrophäe überreicht bekam, präsentierte er sie nur kurz, ging dann zu Federer, nahm seinen Konkurrenten in den Arm, tröstete: „Roger, es tut mir leid. Du bist einer der größten Spieler aller Zeiten.“

 

 

 

Gladiatoren der Geisterstunde (Spiegel Online)

 

Ein strahlender Sieger und bittere Tränen nach über vier Stunden Tennisdrama: Das Finale der Australian Open zwischen Rafael Nadal und Roger Federer bot physische Höchstleistungen - und den Sieg der stärkeren Psyche. Nadal kürt sich damit endgültig zum Alleinherrscher im Tenniszirkus.

 

 

 

Zu viel Geschichte, zu wenig Kunst (sueddeutsche.de)

 

Die Szene hatte Symbolkraft. Als Rafael Nadal nach fünf Sätzen Tennis und 4:23 Stunden in der Rod Laver Arena die Fäuste in den Nachthimmel reckte und in der Triumph-Pose zu seiner Entourage schritt, saß Roger Federer mit gesenktem Kopf auf dem Bänkchen neben dem Schiedsrichterstuhl, ordnete in aller Ruhe seine Sachen und legte sorgfältig seine teure Uhr an. Chance vergeben, aber das Leben geht weiter. Er ist erst 27 Jahre alt. Die Chance, Sportgeschichte zu schreiben, sollte wiederkommen.

 

An diesem Sonntagabend hat er sie vertan. An diesem Sonntagabend hätte er seinen 14. Grand-Slam-Titel gewinnen und damit den Rekord von Pete Sampras einstellen können. Sein Gegner war geschwächt ins Duell gekommen. Rafael Nadal hatte am Freitag im Halbfinale gegen Fernando Verdasco fünf Stunden und 14 Minuten lang kämpfen müssen, während Federer schon am Donnerstag in seinem Halbfinale in drei Sätzen Andy Roddick bezwungen hatte. Nadal servierte nicht so hart wie sonst, er rannte nicht so schnell und so unermüdlich wie sonst. Trotzdem gewann er den Vergleich 7:5, 3:6, 7:6 (3), 3:6, 6:2. Es ist sein sechster Grand-Slam-Titel. Der erste, den er auf einem Hartplatz gewinnt. Er ist erst 22Jahre alt. Er hat noch viel mehr Zeit als Federer auf seiner Uhr.

 

Die Erkenntnis, eine selten gute Gelegenheit ausgelassen zu haben, machte Federer deutlich zu schaffen. Als er im tosenden Applaus der 15000 Zuschauer bei der Siegerehrung als Erster aufs Podium gebeten wurde, waren seine Augen Schlitze. Er blickte immer wieder verlegen zum Boden. Er atmete tief durch. Als er etwas sagen sollte, versagte seine Stimme. Er begann zu schluchzen. "Ich versuche es später nochmal. Das bringt mich gerade um", bekannte er.

 

 

 

Nadal erobert auch Federers letzte Domäne (FAZ Online)

 

Die Tenniswelt ist sich einig, ein vergleichbares Endspiel wie jenes zwischen Rafael Nadal und Roger Federer auf dem Rasen von Wimbledon wird sich, wenn überhaupt, so schnell nicht wiederholen. Melbourne, 2. Februar 2009, 0:14 Uhr, die Tenniswelt ist verblüfft. Die beiden besten Profis haben sich nur ein halbes Jahr nach dem legendären Londoner Finale einen beinahe genau so prickelnden Schlagabtausch geliefert.

 

Das Australian-Open-Endspiel war das erste Aufeinandertreffen der beiden Champions seit jenem Match, das als das beste in der Tennisgeschichte gilt. Wieder boten die beiden Besten ihrer Branche ein Spiel von epischer Länge, und wieder gewann Nadal, der Federer sein Terrain mittlerweile überall streitig macht. Durch seinen 7:5, 3:6, 7:6 (7:3), 3:6 und 6:2-Erfolg zerstörte der Weltranglistenerste nicht nur die Träume des Schweizers, Pete Sampras' Bestmarke von 14. Grand-Slam-Titeln einzustellen; dem Mallorquiner ist selbst ein großer Coup gelungen.

 

 

 
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