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Ein emotionaler Besuch in Äthiopien

13.02.2010 | Foundation

Rogers Schlag landet im Netz. Sein Gegner, der äthiopische Teenager Jirata Demksa, lächelt und hofft auf einen schwachen Tag des Tennis-Champs. Aber Roger pausiert nur einen Moment und serviert gleich ein perfektes Ass. Als ihm die Niederlage bewusst wird, zuckt der 17-jährige mit den Schultern. „Er ist der beste Tennisspieler aller Zeiten,“ sagt er. „Ich kann von Glück sprechen, dass wir nur Ping Pong gespielt haben.“ Jirata fügt hinzu, dass er die beiden Punkte, die er Roger in der spontanen Partie abgenommen habe, nie vergessen werde.

 

Geschehen ist all dies am Freitag an einer Schule, die Roger in dem armen Land unterstützt. Roger hat dieser Besuch in Äthiopien zu Tränen gerührt. „Als ich an der Schule ankam und die Kinder sangen, war es sehr emotional,“ sagte Roger. „Sie sangen ‚Roger unser Vater’. Zu Beginn verstand ich es nicht ganz, ich war aber dennoch zu Tränen gerührt.“

Roger hat eine kurze Auszeit genommen, um Äthiopien - eines der Länder, in denen seine Stiftung tätig ist - zu besuchen. Die Roger Federer Foundation, im Jahr 2003 gegründet, investiert jährlich 1 Million Dollar für Erziehungsprojekte in Äthiopien, Südafrika, Tansania, Mali, Malawi und Simbabwe.

 

DURCH DIE MUTTER INSPIRIERT

„Da meine Mutter aus Südafrika stammt, war das natürlich die Inspiration zur Stiftung,“ sagte Roger, als Kinder aus dem Dorf „Nummer eins!“ kreischen. „Ich ging früher oft dorthin in die Ferien. Also begannen wir in Südafrika mit einem Projekt und als ich älter wurde und mehr Geld zur Verfügung hatte, beschloss ich zu expandieren.“

 

Beim Mittagessen mit Kindern an einer der beiden Schulen im Land, die er unterstützt, gab es traditionelles Injera (ein säuerlicher Pfannkuchen) sowie viele Fragen. Die meisten Schüler wollten wissen, ob er denn eigene Kinder hätte. Seine sieben Monate alten Zwillinge, Myla und Charlene, könnten einmal seine Stiftung übernehmen, lange nachdem er mit dem aktiven Sport aufgehört hätte, sagte er. „Ich möchte ihnen auf jeden Fall zeigen, dass es diese Welt auch gibt,“ sagte er und zeigte auf die Schulgebäude mit Blechdächern. „Sie werden es ganz natürlich mitbekommen, da ich immer unterwegs bin. Es werden sehr spannende zehn Jahre werden, da ich versuchen werde, sie zu erziehen, ihnen zu helfen und all diese Dinge zu zeigen.“ Äthiopien ist auf der weltweiten Liste der Länder, die am meisten ausländische Hilfe erhalten, auf Platz sieben; im Jahr 2006 flossen über 1.94 Milliarden US Dollar an das Land im Osten Afrikas. Rund 12 Millionen Menschen sind auf fremde Hilfe angewiesen, um zu überleben.

 

Als Roger durch die Strassen der Hauptstadt Addis Abeba fuhr, erhaschten vier Strassenkinder einen Blick durch das Fenster. Springend rannten sie dem Bus hinterher. „Federer! Federer! Wir lieben dich! Wir lieben dich!“

 

ÜBERRASCHENDE BEKANNTHEIT

Für Roger, Sieger von 16 grand slam Titeln, war es erstaunlich, wie bekannt er in einem der ärmsten und abgelegensten Ländern der Erde – eher für Leichtathletik als für Tennis bekannt – ist. „Es ist mein erster Besuch hier und ich hatte das nicht erwartet,“ sagte er. „Ich gehe immer davon aus. dass einen die Leute erst kennen können, wenn man einmal vor Ort war. Ich vergesse, dass mich so viele am Fernsehen verfolgen.“ Nihlaa Omar, ein Mädchen aus der Gegend, sagte, sie hätte ihn in einem Nachbardorf am Fernsehen gesehen. „Wir wissen, dass er so berühmt ist wir unsere berühmten Läufer wir Kenenisa Bekele,“ sagte sie – und sprach dabei vom zweifachen Olympiasieger über 10'000 Meter. „Aber ich glaube, Äthiopier können ihn beim Laufen besiegen.“

 

„Wie alt bist du?“ fragte zum Schluss eines der Mädchen den 28-jährigen. Roger forderte sie auf, zu raten. „Ich weiss nicht recht bei euch Weissen,“ antwortete sie schüchtern. „45?“

 
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